Posted on: April 23, 2020 Posted by: Wolfgang Keuter Comments: 0
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Slow Acting. Initiatische Eindrucks- und Ausdrucks-Schulung

Junger Mann in mehreren Positionen, nachdenklich, geschäftlich, stehend.

Im Grunde genommen bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.

Diesen Satz höre ich so oder ähnlich oft in meinen Coachings. Weil das so ist gebe ich diesem Thema heute Raum. Manchmal wird die Trennung von dem / der Anderen in der Tiefe des eigenen Grundes schmerzlich erlebt. Oft bleibt die Sehnsucht danach lange ungestillt, manchmal ein Leben lang.

Initiatisch meint das Turnaround zum Insgeheimen.

Begegnung mit der Person in deinem Grunde

Es bedarf bestimmter Übungen, um die Begegnung mit der Person in Deinem Grunde einzuleiten. Das WIE ist die Tür zu ihr. Darum werden viele Slow Acting-Übungen in einer besonderen Weise ausgeführt. Nämlich sehr langsam und bewusst, meditativ und ritualisiert zwischen den Polen Eindruck und Ausdruck. Nun kommt es darauf an was an stilvollem Ausdruck dabei herauskommt, ebenso was für Dich an Selbsterfahrung und Erkenntnis herein kommt.

Eindruck und Ausdruck. Inneres und äußeres Werk bilden eine Einheit

Voraussetzung für diesen schöpferischen Prozess ist deine Einwilligung zur Entwichtigung deines privatpersönlichen Ich. Dann führt er Dich in die Sphäre, wo auch Spiel und Kult eine Einheit bilden. Was Du tust tritt in den Hintergrund. Punkt deiner kontemplativen Konzentration ist WIE Du was tust. In ihm kann die Begegnung mit der Person in Deinem Grunde die Du in deinem Selbst schon bist gelingen.

 

Das Slow Acting-Schauspiel bietet beste Bedingungen

Vor allem Dein nicht-alltägliches Verhalten sondern das verzögerte, langsame und bewusste,  meditative Tun und Handeln auf der Slow Acting-Bühne bringt dich auf diesen Weg.
Z. B. in der anderen Weise gehen, stehen, sitzen, Dich gebärden, sich in Interaktionen begegnen …
In der Verbundenheit von innerer und äußerer Haltung. Und manchmal gelingt Dein gebärdenhafter Ausdruck erst durch die enge und ritualisierte Verbindung mit Deinem Atemrhythmus, manchmal braucht es endlose Wiederholungen eines einzigen Tones, einer einzigen Gebärde, eines einzigen Wortes … Das Wesen des Rituals ist einfach und endlos wiederholbar.

Und wenn Du das WIE im gebärdenhaften Ausdruck auf dem Zeichenblatt übst erlebst Du oft erst in der zigfachen Wiederholung einer einzigen geraden oder gebogenen Linie, dass in Dir etwas aufgeht das unabhängig ist von Zeit und Raum.

Diese Erfahrung gehört zu Deinem Urwissen

Jeder Augenblick in meditativer, tief gegründeter Aufmerksamkeit ist die beste aller Gelegenheiten. Raum entsteht darin für die Begegnung mit dem inneren transpersonalen Menschen. Die Übung WIE erfüllt ihren tiefen Sinn vielleicht zum ersten Mal auf unserer Slow Acting-Bühne. Nimmst Du diese Erfahrung ernst erfüllt sie auch Dein in-der-Welt-Sein überall da wo Du bist.

Future concept

Du wirst was du schon bist nicht von selbst

Du wirst es, wenn Du in möglichst spielerischer Weise doch ohne Unterlass dein Durchlässig-Sein übst für das in deinem Wesen anwesende Sein (Graf Dürckheim). Der Raum für dieses ritualisierte nicht-alltägliche Da-Sein ist die Bühne seit alters her.

Werde wer du bist!

Die Wandlung von der Privatperson in das andere Da-Sein nennen wir im Slow Acting-Schauspiel Verfremdung. Du transzendierst Dich, erlebst Dich in einem anderen Sein. Und erst dadurch wird der Prozess eingeleitet, der Dir die wesentliche Verkörperung von Rollenfiguren und ihrer Schicksale erst ermöglicht. WIE Dir die Verfremdung gelingt erfährst Du sinnlich konkret durch den Gewinn an innerer Freiheit und Einheit. Dein seelischgeistiger und leibkörperlicher Organismus und Deine Rollenfigur werden erfüllt von der Substanz Deines inneren Menschen. Dein Atem wird von ihr erfüllt, deine Stimme, die Gesamtheit Deiner Gebärden und alles was du tust und nicht tust. Manchmal leuchtet das Traumgesicht in Dir auf. Dann erscheint das Vollkommene im Unvollkommenen.

Was Du erlöst erlöst Dich auch

Slow Acting fördert die Aktivierung und Formung der inwendigen Substanz damit sie in der Außenwelt in Deinen Rollenverkörperungen und anderen Gestaltungen sichtbar und erlebbar erscheinen kann. Auf diesem inneren und äußeren Weg braucht es Deine ganze Hingabe denn dies ist ein Akt der Liebe. Du gibst dieser Substanz Deine Seele, Deinen Geist und Deinen Körper, Du gibst ihr deinen Atem und Deine Stimme, physikalisierst sie so stimmig WIE Du kannst.
Im WIE, nicht im Was inkarniert sich Deine tiefe und wahre Person. Das erfährst Du möglicherweise auf unserer Bühne zum ersten Mal. In dem Maße wie du sie ernst nimmst erfüllt sie Dich auch in den tagtäglichen Lebensrollen, die Dir zu ihrer Verwirklichung und Meisterung aufgegeben sind.

Business Mann macht eine Körperübung im Stehen vor einem Bürohaus

Zur Vertiefung und Erweiterung dieses Themas empfehle ich:

Karlfried Graf Dürckheim.
Vom doppelten Ursprung des Menschen.
ISBN 3-451 – o1980-9

Düssseldof. 19. 4. 2020

 

 

 

 

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