Wo ist meine Mitte hin?

Wer kennt das nicht: Ich habe Streß, bin nicht in meiner Mitte, habe zu viele Dinge zu erledigen und und und …
Das innere Gleichgewicht kommt so schnell abhanden. Dann ist es wichtig die Mitte wieder zu finden. Es ist so wertvoll aus ihr heraus das Leben zu gestalten. Dann wird es schöpferisch und kreativ, das Leben wird zu Spiel. Zur Mitte-Findung gibt es viele Übungen. Aus meinem Urlaub zurück möchte ich auf solche Fragen eingehen.

Präsenz und kultisches Erleben

Viele Medien meiner Methode Slow Acting fördern die Stabilisierung der eigenen Mitte. Die sich daraus ergebende andere Weise da zu Sein ist oft identisch mit kultischem Erleben. Sie ist notwendig als Ausgleich für das meistens zu sehr ins außen gerichtete Bewusstsein. Wird diese andere Daseins-Weise verdrängt oder abgewertet, was durch rationale Werte häufig geschieht, verlieren wir den Kontakt mit unserer Mitte, verlieren unser inneres Gleichgewicht. Wir brauchen so die Präsenz im kultischen Erleben, und brauchen für sie bestimmte Übungszeiten.

Beim wöchentlichen Unterricht und in den Einzelcoachings wird für diese Leben spendende Erfahrung Raum und Zeit gegeben. Wie aber sieht der Alltag als Übung aus? Der Alltag und mit ihm, das sowieso meistens überforderte Ich, sollte transzendiert werden können. Vielen fällt es schwer Übungszeiten in ihren Alltag, und sei es auch nur für eine kleine Weile, zu integrieren um sich im kultischen Erleben zu schulen. Das ist schade und ein bedeutsamer Verlust hinsichtlich personaler Entwicklung und ihrer Lebensqualität. Jeder Tag ist ein verlorener Tag an dem wir den bewussten Übergang ins ganz Andere nicht vollzogen haben.

Dabei genügen oft wenige Minuten um sich in kontemplativer Präsenz zu üben. Sie ist die Voraussetzung um die eigene Mitte, immer wieder neu, zu stabilisieren. Slow Acting ist ein Weg zur inneren Mitte.

Das kultische Erleben und die kontemplative Präsenz im Leibkörper bilden ein Ganzes. Sie führen uns in das Erleben der Ganzheit.

Präsenz meint Gegenwart

Präsenz ist eine Haltung. Um sie zu erreichen ist der bewusste Schritt über die Schwelle des Alltags hinaus notwendig. Dabei kann es zu tiefer Fühlung mit dem eigenen Wesen kommen. Darin liegt sein kultischer Charakter.

Sind wir präsent dann sind wir in uns Selbst und gleichzeitig auch in unserer Umwelt anwesend und authentisch. Dafür lohnt sich alles Üben. Die Übung ins andere Da-Sein löst, meistens schon nach wenigen Minuten, einen ganz bestimmten sinnlich-übersinnlichen, initiatischen Eindruck aus. Sie ruft Entspannung hervor und das Erleben aufgenommen und beschützt zu sein. Sie vertieft den Atem und reguliert den Kreislauf, sie erdet und fördert das Wohlgefühl, gibt die Gewissheit nun ganz bei sich Selbst zu sein und im eigenen Grund Halt zu finden. Sie öffnet für die Intuition und Inspiration, ist Keimzelle für den schöpferischen Menschen in uns. Ihr Ausdruck wird erkennbar an der Ausstrahlung, der Aura, dem Charisma. Vor allem im Schauspielunterricht und in der Präsenz-Gruppe durch den Slow Acting-Stil wird dieser Übergang von der Sphäre des Alltags, in die so besondere Sphäre von Spiel und Ritual, immer wieder mit Staunen und Bewunderung erfahren. Doch die Übertragung in den Alltag sollte auch gelingen. Ich werde dazu bald Empfehlungen geben.

Die eigene innere Mitte finden und bewahren

Für den ersten Schritt in diesen Übungsbereich braucht es die bewusste Entscheidung nun einige Minuten aufzubringen für den Schwellenübergang in das Gegenwärtig-Sein.

Uns ist mit Sicherheit diese Fähigkeit mitgegeben worden unsere Mitte wahrzunehmen, und das nicht nur pysisch sondern auch geistseelisch, um das Leben aus ihr heraus, schöpferischer und kreativer zu gestalten. Wir sollten diese Chance nutzen und für die so besondere  Wahrnehmung bewusst, täglich einige Minuten, an Übungszeit aufbringen. Wie wäre es zum Beispiel zu Tagesbeginn und als Abschluss des Tages?

Wir sind Bürger beider Welten, der irdischen und der himmlischen. Graf Dürckheim

Und weil das die wirkliche Realität ist gibt es in meiner Methode Slow Acting z.B.: das ritualisierte Theaterspielen und im Wechsel mit ihr die spontanen und persönlichen Improvisationen. Ziel ist die Durchdringung dieser gegensätzlicher Spiel- und Seins-Weisen, also die Integration von Ritual und Leidenschaft. Dieses Modell lässt Spiel und Leben gelingen. Dann geschieht in dieser Präsenz, die ich kultisch, auch mystisch nenne und oft auch so erfahre, alles so wie es immer ist – doch sehr, sehr anders.

Das in die Mitte kommen und in der Mitte Sein, aus dem heraus sich erst das individuelle Leben entfaltet, kann in meinen Slow Acting Gruppen und im Einzelcoaching erfahren werden.

Die Leser*Innen meines Blogs, und natürlich auch mich, freut es sehr wenn du deine Erfahrungen hier mitteilst. Wie immer sie sein werden, sie sind willkommen.

Wolfgang

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4 Gedanken zu “Wo ist meine Mitte hin?

    • Euer Leib soll ein Tempel sein. Zitat eines Apostels, glaube ich. Wir tun gut daran uns daran zu halten. Den Tempel pflegen, dann pflegen wir auch das Innere, die Leere und unser Wesen. Lieber Lennard, viel Pflege wünsche ich dir und deinem Leib-Tempel. Gruß. Wolfgang.

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  1. Die eigene Mitte finden geht wunderbar über das bewusste Wahrnehmen meines Atems. Schicke ich den Atem tief in den unteren Bauch, so schicke ich ihn auch in die Mitte meines Körpers. Und nehme ich mir Zeit meinen Atem zu beobachten, so bin ich in der absoluten Gegenwart und dann ist das Vergangene (alles was war) und das Zukünftige (was noch sein wird oder was ich zu tun habe) in diesem Moment nicht präsent. Darin liegt das Erholsame. Ähnlich wie über das bewusste Atmen wahrnehmen kann ich mit meinen Sinnen (was ich gerade sehe, höre, spüre, rieche) in die Gegenwart gelangen und das ewige Gedankenkarussell für einige Moment anhalten und zur Ruhe kommen bzw. „in meiner Mitte sein“. Gar nicht so schwer, wenn ich es mir gönne. Und unglaublich hilfreich und Energie spendend.

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    • Genauso ist es, denn das IST ist heilig (Zen). Aaaaaaaber: wir müssen es tun. Immer wieder. Immer wieder neu. Dann werden diese Übungen zur uns verwandelnden Tat. Die Tat erlöst! Und immer wieder ein Neubeginn, mit Anfangsherz liebe Sigrid. Ich danke dir. Gruß. Wolfgang.

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